Ahoi! Und herzlich willkommen auf dem Traumschiff in Richtung Paradies...

Liebe Seebären,

Wie ihr sehen könnt, ist Perules gereift, erwachsener geworden und hat einen kleinen Stilwechsel vollzogen. Der Kitsch war ihm trotzdem nicht auszutreiben - als kleiner Exzentriker unter den Reiseblogs ist er aber gerade darum so wertvoll.

Ich wünsche euch nun viel Lese- und Entdeckungsfreude, hoffe ihr postet fleißig, wenn euch ein Eintrag oder Foto besonders gut gefallen haben und meckert ein bisschen, wenn ihr mit mir gar nicht einer Meinung seid. Alles ist hier erlaubt, außer mit dem Stinkefinger zeigen.
In diesem Sinne: Ahoi!
Euer Capt'n Augenklappe Steffi

Mittwoch, 1. September 2010

Ein kolumbianischer Traum von Karibik: El Parque Tayrona

Wir sind zurueck im Kuestenfischerdorf Taganga, nach 3 erholsamen Strandtagen im Nationalpark Tayrona. Der Park gilt als einer der prachtvollsten in ganz Kolumbien und besticht durch seine naturbelassenen Straende sowie hohes Bergland bedeckt vom schier endlosem Regenwald.
Nachdem wir uns mit dem Bus auf dem Weg zum Park zunaechst etwas verfahren hatten, fanden wir schnell den Haupteingang, zahlten dort brav unser Eintrittsgeld und - blauaeugig, wie wir waren- dachten wir, dass es wohl nur ein paar Minuten bis zum naechsten Hostal sein duerften - falsch gedacht. Nachdem wir den Haupteingang pasiert hatten, wurden wir erst einmal zur Koerperkontrolle von einem etwas lethargischen Wachmann gerufen. Schon klar, kein Alkohol, keine Drogen im Park. Aber leider keine weibliche Aufsichtsperson zur Stelle, die sich uns annehmen kann. Also bot sich natuerlich unser dickbaeuchiger, schwitzender Polizeibeamter zur, laut Frauke: "Investigacion anal" (muss ich wohl nicht uebersetzen...) an. Wir dankten hoeflich, lehnten aber entscheiden ab. Der Herr zog ein Tuetchen Marihuana aus der Hemdtasche und meinte das haetten sie gestern bei einem Maedchen "da" gefunden. Dabei griff er sich beherzt in den Schritt. Eindrucksvoll, muss ich schon sagen. Dann sahen wir aber doch zu unschuldig und unverdorben aus, sodass er uns, mangels an weiblichem Personal (die waren alle Mittagessen...), ohne Ganzkoerperuntersuchung ziehen liess. Froehlich machten wir uns auf den Weg uns folgten der lange asphaltierten Strasse - eine volle Stunde. Der Regenwald wurde ueber unseren Koepfen immer dichter, das Vogelgekreische lauter und immer mehr unbekannte Tierstimmen mischten sich unter den Urwaldgesang. Es waren ca. 40Grad. Irgendwann endete die Strasse und man sagte uns von hier aus seien es jetzt noch ca. 1 1/2 Stunden bis zum Traumstrand Cabo de San Juan, wo man in Haengematten naechtigen koenne. Es sei ein aeusserst schwieriger Weg zu passieren, auf dem man Acht geben solle, nicht von giftigen Tieren gebissen zu werden. Gesagt, getan.. Wir marschierten los, einen Weg quer durch den Urwald entlang, der aufgrund der Regenzeit komplett matschig, glitschig und ueberflutet war. Wir mussten mit ganzem Koerpereinsatz Steine empor klettern und durch Fluesse waden, uns den Weg durch Treibsand- und Schlammkulen bahnen und an besonders heimtueckischen Biegungen an Lianen abseilen. Bald schon gaben wir es auf, zu versuchen die Flip-Flops anzubehalten und steckten sie in den Rucksack - weiter ging es also barfuss. Im Schlamm sanken wir ein, bis zu den Oberschenkeln und traten leider viel zu oft in undurchsichtige Matschpfuetzen, an deren Ende Wasserschlangen oder andere giftige Insekten haetten sitzten koennen. Nun bereue ich es im Nachhinein sehr, keine Fotos von der abenteuerlichen Wegstrecke gemacht zu haben, aber ich war leider viel zu sehr von diesem anstrengenden Huerdenlauf eingenommen, sodass fotografieren unmoeglich wurde. Bald viel uns auf, dass der Bode an allen Stellen glitzerte - beim naehern Hinsehen war zu erkennen, der alles mit feinem Goldstaub durchzogen war. War der Film "Die Jagd nach dem gruenen Diamanten" mit Michael Douglas und Katherine Turner wohl doch nicht so abwaegig, denn der spielte ebenfalls im Tayrona Park, in dem sich die Schwesternruine des Machu Pichu "La Ciudad Perdida - Die verlorene Stadt" befindet (der Trail war uns allerdings zu anstrengend und zu teuer...)
Endlich sahen wir Licht durch das Dickicht scheinen und erhielten einen Blick auf den ersten unberuehrten Strand im Park. Voellig verschwitzt legten wir dann den letzten Abschnitt der Wanderung zurueck und erreichten eine Art Unterkunft, in der wir eine Haengematte fuer die Nacht mieteten. Wir schliefen ganz romantisch mit anderen Backpackern in den hamacas unter einem Strohdach mit Aussicht aufs Meer und darueber nur noch Sternenhimmel. Das Essen dort bekam Frauke und mir leider nicht so gut, wie das Karibik-feeling, sodass wir, nachdem wir uns wieder von unserem Pollo entledigt hatten, auch den gesamten naechsten Tag nichts mehr zu uns nehmen konnten. Am naechsten Tag zogen wir weiter, an einen noch weiter entfernten Traumstrand und genossen die Sonne, die Unberuehrtheit der Natur, frischgepresste Fruchtsaefte und die totale Entspannung am karibischen Meer. Wieder schliefen wir in Haengematten zum lauten Urwaldgetoene, wie ich es bisher nur von meinen Tiefschlaf-CD's kannte. Sehr beeindruckend alles! Wir schlossen viele neue Reisebekanntschaften und verlebten eine sehr kurzweilige schoene Zeit in einer Art Ferienlager fuer Erwachsene. Kurz vor unserer Abreise entdeckten wir noch einen ziemlich grossen Alligator in der Bucht, in welcher wir bis ein paar Minuten zuvor noch plantschten und schwammen. Der Kaiman mass mindestens 150cm, also ungefaehr so gross wie ich :) Gluecklicher Weise bekamen wir diesen vielbezahnten Besuch erst am Ende, denn in diesem Moment verlor ich mein Vertrauen in das Gewaesser... Nach einem weiteren Sonnenbad, lehnten wir den langen, anstrengenden Rueckweg durch den Jungel ab und fuhren heute mit dem Boot zureck ins Fischerdorf, wo wir endlich wieder duschen konnten und ein richtiges Bett haben.
Morgen frueh brechen wir wieder auf und reisen weiter ins 4 Stunden entfernte Cartagena!
Die schoensten Fotos vom Parque Tayrona gibt's hier zu sehen:

La Costa Caribe: El Parque Tayrona

In diesem Sinne sende ich euch ein paar karibische Sonnenstrahlen ins kalte Deutschland und verabschiede mich bis zum naechsten Post!
Eure Steffi

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hört sich ja toll an, aber so'ne Ganskörperuntersuchung,das ihr den Kelch vorrüberziehen lasst, das wäre doch die Krönung gewesen (zumindest für den Uniformträger)!Na vieleicht klappt's beim nächsten Mal!Die Strandbilder sind ne Wucht und im Sande ist nicht alles Gold was glänzt, das mußten auch die spanischen Eroberer feststellen.Ihr müßt euer Huhn vor dem Essen lange + kräftig kochen, dann bleibt es auch im Magen!Mit Sicherheit seit ihr nicht die einzigen die stundemnlang bei 40 Grad in der Sonne liegen, euerm Essen (Huhn) geht es genauso.Scheiß Sonne!!!!!
Grüße aus dem kalten Jena, deine Eltern